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Appetitlosigkeit (Anorexie)

Mit Appetitlosigkeit wird in der Regel ein mangelndes Hungergefühl beschrieben, das verschiedene
Ursachen haben kann. In der Medizin bezeichnet man die Appetitlosigkeit auch als Anorexie oder
Inappetenz (angelehnt an den lateinischen Begriff 'appetitus' für 'das Verlangen').
Umgangssprachlich wird der Ausdruck der Anorexie häufig auch verwendet für die psychisch
bedingte Essstörung 'Anorexia nervosa'; medizinisch findet allerdings eine klare Trennung dieser
beiden Begriffe statt.
Gelegentliche und kurzfristige Phasen der Appetitlosigkeit müssen kein Anzeichen für zugrunde
liegende Erkrankungen oder Funktionsstörungen sein; so kann ein gesundes Hungergefühl
beispielsweise kurzzeitig beeinträchtigt werden durch Stress, emotionale Belastungen oder auch
durch unappetitliche Speisen. Hält eine Anorexie allerdings über längere Zeit an oder ist verbunden
mit weiteren Beschwerden, so ist es häufig ratsam, diese aufmerksam zu betrachten und
gegebenenfalls einen Arzt aufzusuchen.
Hintergründe von Appetitlosigkeit können psychischer oder körperlicher Natur sein:
Neben kurzfristigen psychischen Belastungen können auch längerfristige psychische Stress- oder
Konfliktsituationen sowie psychische Erkrankungen (wie beispielsweise Depressionen) zu Anorexie
führen. Sind Menschen von der Essstörung 'Anorexia nervosa' betroffen, so kommt es zu einer
nahezu vollständigen Verweigerung der Nahrungsaufnahme und einem Verlust des Hungergefühls.
Und auch bei der Bulimie, der Ess-Brecht-Sucht, ist häufig die Wahrnehmung eines gesunden
Hungergefühls gestört.
Körperliche Faktoren, die zu Appetitlosigkeit führen können, sind unter anderem vorliegende oder
beginnende Infekte oder weitere Erkrankungen: Krankheiten, die häufig mit Anorexie einhergehen,
sind beispielsweise Infekte des Magen-Darm-Traktes, Lebensmittelunverträglichkeiten oder
Lebensmittelvergiftungen. Und auch chronische oder bösartige Erkrankungen von Magen oder
Darm (unter anderem Morbus Crohn oder verschiedene Krebserkrankungen) können zu
Appetitlosigkeit führen. Zu Anorexie führen außerdem häufig Erkrankungen, die nicht zentriert im
Magen-Darm-Trakt auftreten; so beispielsweise verschiedene Abhängigkeitserkrankungen,
neurologische Erkrankungen, Diabetes mellitus oder Nierenschwäche. Auch Faktoren wie
medikamentöse Behandlungen (beispielsweise Chemotherapien) oder
Arzneimittelunverträglichkeiten können eine Anorexie begünstigen. Nicht zuletzt geht eine
Appetitlosigkeit oft einher mit dem natürlichen Alterungsprozess eines Menschen.
Die Art, in der man Appetitlosigkeit effektiv begegnen kann, hängt zunächst ab von den Ursachen
der Appetitlosigkeit: Ist eine Anorexie beispielsweise die Folge einer körperlichen oder psychischen
Erkrankung, so trägt eine Behandlung der Erkrankung häufig dazu bei, auch den Appetit wieder zu
steigern. Eine wirksame Behandlung der Anorexie besteht also meist in der Bekämpfung
entsprechender Ursachen.

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